
Portugal und Ich – Ein Sommer(alp)traum? Teil 2
31. Juli 2021
Quer durch Lissabon
22. August 2021Das Ende der Welt – Portugals Algarve

Mögest du stets die hellen Fussstapfen des Glücks finden und ihnen auf dem ganzen Weg folgen.
15. August 2021 - Reisetagebuch Eintrag #56
- DAS ENDE DER WELT | geschrieben von Magdalena
Die Algarve, Portugals Süd- und Westküste, von Faro bis Sagres
Bevor wir nach 3 Wochen den Stellplatz in Falesia verlassen, wollen wir noch einen Abstecher nach Faro machen. Wir haben uns dafür die besten Reiseführer gebucht die es in Portugal gibt: Claudi, Ralph und Sophie, die wir Ende 2020 im Spanien kurz vor dem Lockdown kennengelernt haben, haben sich bereiterklärt, mit uns die Stadt unsicher zu machen. Viel Überredung hat es aber nicht gebraucht. Wir alle haben uns sehr über das Wiedersehen gefreut. Damals, als wir uns im November 2020 in Spanien verabschiedet haben stand für die drei noch fest, dass sie bis Mai 2021 reisen und dann wieder zurück nach Deutschland gehen. Tja, und wie so oft kommt es anders als man plant. Durch die ganze Situation mit COVID haben sie in Portugal überwintert und haben sich hier ein neues Leben aufgebaut. Das Land und die Leute waren für sie so überzeugend, dass sie sich eine Zukunft hier vorstellen können. Sophie fühlt sich in der Schule super wohl und hat schon einige Freunde gefunden. Einfach nur toll wie die drei das machen.
So jetzt aber zurück zu Faro. Nach einer herzlichen Begrüssung fahren wir zum Marinehafen von Faro. Von dort hat man einen phantastischen Blick auf die alten Stadtmauern und gelangt bequem in die Altstadt. Wir besichtigen zuerst die Kathedrale Se Catedral aus dem 13. Jahrhundert. Von ihrem emporragendem Glockenturm hat man einen fabelhaften Rundumblick über ganz Faro. In der Igreja do Carmo erwartet uns wieder eine schaurige Knochenkapelle. Hier wird man mit den Worten: «Halte einen Moment inne, und bedenke, dass Du diesen Zustand erreichen wirst» begrüsst. Die Wände sind mit Knochen und Schädeln von über 1000 Mönchen kunstvoll verziert worden. Die Neustadt überzeugt mit Ihrer Fussgängerzone und den hübsch gefliesten Häusern. Unsere Kamera läuft wieder heiss und ich sehe mich schon wieder stundenlang die gemachten Bilder am Aussortieren. Wir machen mit der «Bimmelbahn» eine Rundfahrt und verlassen Faro dann gegen den Abend wieder. Natürlich darf die Besichtigung Ihres neuen Heims nicht fehlen. Eine perfekte Gegend mit schönem Strand und nicht allzu viel Tourismus haben sie sich da ausgesucht. Leider geht auch der schönste Tag irgendwann zu Ende. Der Abschied fällt uns echt schwer. Die Sympathie ist - wie beim ersten Treffen - sofort wieder da gewesen. Wir bleiben jedoch weiterhin im Kontakt und wer weiss, wo und wann wir uns wieder treffen werden.
Anfang August brechen wir nun nach Lagos auf. Es ist eines DER Aushängeschilder der Algarve. Hier gibt es Steilküsten, Grotten und Höhlen soweit das Auge reicht. Wir haben uns ein paar Highlights rausgesucht, die wir zu Fuss vom Stellplatz fast im Zentrum der Stadt aus erkunden wollen. Als erstes steht Lagos selbst auf dem Plan. Wir sind gleich entzückt vom Stadtkern. Enge Gassen, süsse kleine Geschäfte und ein Restaurant schöner als das andere. Und alle mit sehr viel Liebe und Geschmack eingerichtet. Bis spät abends laufen wir durch die Gassen und an der Hafenpromenade entlang. Der Hunger treibt uns dann schlussendlich zum Wohnmobil zurück und nach einer leckeren Mahlzeit fliegen wir ziemlich erledigt in unser gemütliches Bett und freuen uns schon auf den nächsten Tag.
Früh am Morgen geht es los. Heute steht eine Küstenwanderung und drei Strände auf dem Zeitplan. Zum Glück ist hier alles so nah beisammen. Zuerst gehen wir zum Ponta da Piedade. Hier kann man bequem auf den Klippen verschiedenste Wanderwege laufen und hat einen phantastische Aussicht auf die Steilküste rund um Lagos. Der Ausblick ist einfach der Hammer und wir können uns kaum sattsehen. Genau so haben wir uns Portugal vorgestellt. Wir hatten bei unserem Strand in Falesia auch eine wundervolle Steilküste und einen super Strand. Die Küste um Lagos ist jedoch eine ganz andere Nummer. 100 Fotos später und unzählige Wege rein und raus geht es weiter zur Grotte Ponta da Piedade. Hier tummeln sich ganz schön viele Leute. Man merkt jetzt, dass die Hochsaison mehr und mehr Leute anlockt. Alle wollen über die Steinstufen runter zur Grotte und DAS (Instagram) Foto schiessen. Als wir dann endlich an der Reihe sind auch ein Foto zu machen stellt sich doch frech ein Hund direkt vor die Kamera. Na ja, mit etwas Überredungskunst schaffen wir es dann ihn ein paar Zentimeter zu bewegen und so kommen wir schlussendlich an unsere Fotos die so ausschauen als wären fast keine Leute hier.
Nach dem ganzen Menschauflauf ist uns nach ein bisschen Ruhe. Wir laufen an der Küste weiter Richtung Strand Nummer 1 in der Hoffnung, ein gemütliches ruhiges Plätzchen zu ergattern. Aber was sehen unsere Adleraugen: eine kleine, schmale Bucht mit sehr wenig Leuten. Da müssen wir hin. Nach einigen Minuten stellt sich aber heraus, dass es gar nicht so einfach ist da runter zu kommen. Es scheitert zunächst dran, dass wir keinen Weg finden. Ein paar Leute kommen uns entgegen und meinen das es weiter vorne nur einen "very dangerous path" zur Bucht gibt. Na toll - das kann ja was werden. Wir suchen also gemeinsam einen Abstieg. Ich meine aber inmitten einem Gebüsch einen Weg zu sehen und gehe dieser Spur nach. Rene und die zwei verängstigten Leute, die sich bei uns nach dem Weg erkundigt hatten, warten oben auf mein ok. Der Weg sieht gut aus. Einzig die letzten 10 Meter könnten etwas schwieriger werden. Ich geh nochmal rauf und gebe allen das Zeichen zum Loslaufen. Nach der Hälfte des Weges verlässt uns das Paar wieder. Es ist Ihnen dann doch etwas zu gefährlich. Rene bleibt aber hinter mir und die letzten 10 Meter legen wir auf allen vieren kletternd zurück. Einen Fehltritt dürfen wir uns hier in diesem steilen Gelände nicht erlauben, das würde ungemütlich ausgehen und eine weitere Verletzung wollen wir dringend vermeiden. Wir sind erfolgreich, und die Mühe lohnt sich. Uns erwarteten glasklares Wasser und eine traumhafte Umgebung fast für uns alleine. Fast alleine heisst hier mit noch etwa 20 anderen Badegästen. Wenn man die restlichen Strände hier so ansieht, ist das wirklich schon fast alleine. Für uns ist klar, dass eine Abkühlung hermuss. Die bekommen wir auch gleich. Das Wasser ist hier um einige Grad kälter als in Falesia. Aber Augen zu und durch. Gänsehaut hin oder her das klare, ruhige Wasser ist einfach zu verlockend. Solltet Ihr mal in Lagos sein, dann müsst Ihr den Abstieg zum Praia dos Pinheiros unbedingt machen – halbwegs vernünftiges Schuhwerk und etwas Wagemut vorausgesetzt.
Nach 2 Stunden Erholung pur verlassen wir unsere kleine Bucht und gehen weiter zum Praia do Camilo. Über 100 Holzstufen kommt man runter zum ebenfalls malerischen Strand. Durch einen Tunnel geht es zur zweiten Hälfte des feinsandigen Küstenabschnitts. Wir sind bei weitem nicht die ersten mit dieser Idee. Hier tummeln sich die Menschenmassen. Wir haben Glück das gerade jemand seine Sachen zusammenpackt und wir ein Plätzchen ergattern können. Auch hier testen wir die Wassertemperatur und kommen drauf das es nicht wärmer geworden ist. Nach einer Stunde reicht uns der Trubel und wir wollen weiter zum letzten Programmpunkt in Sachen Strand an diesem Tag: dem Praia de Dona Ana. Wie hätte es anders sein können ist auch dies eine Traumbucht die sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Hier ist es nicht mehr ganz so voll, was jedoch auch daran liegt das es schon langsam gegen Abend geht. Für uns reicht diesmal auch nur ein kurzer Blick, Abkühlung hatten wir für heute genug. Vor allem drängt uns langsam der Hunger. Wir haben neben unserem Stellplatz eine Burgeria entdeckt, die Bewertungen auf Google sind super und die Bilder sind einfach verlockend – sowieso, wenn man Hunger hat. Die Bewertungen sollten Recht behalten und die Burger sind erstklassig. Zwei phantastische Tage gehen nun zu Ende.
Wir sind voller Vorfreude auf Sagres und wollen am nächsten Tag früh morgens gleich wieder los. Unser Ausgangspunkt ist diesmal Vila do Bispo. Hier an der Algarve ist momentan sehr viel los und wir wollen auf keinen Fall riskieren, keinen Übernachtungsplatz zu bekommen. Somit fahren wir zuerst zum Stellplatz und von da aus erkunden wir dann Sagres. Das Fort Fortaleza de Sagres ist schon von weitem zu erkennen. Ein grosser Parkplatz an dem auch Wohnmobile geduldet sind steht uns hier zur Verfügung. Wir laufen Richtung Felskante und sind fast sprachlos über das Panorama das sich uns hier bietet. Es erinnert uns ein bisschen an die Cliffs of Moher in Irland, mit dem Unterschied, dass es hier etwas wärmer ist. Aber auch etwas windiger. Ok das ist eine volle Untertreibung: Es bläst uns fast weg. Hier am Süd-Westlichsten Zipfel Portugals und zugleich dem südwestlichsten Punkt Europas ist es stürmischer als gewohnt. Wir laufen an der Küste entlang über Stege zu einem tollen Aussichtspunkt. Und da finden wir es dann auch - DAS ENDE DER WELT - der Ponta da Atalaia. Laut der Informationstafel meinten die Seefahrer früher, dass hier das Ende der Welt ist und es danach nicht mehr weiter geht. Heute weiss man, dass um die Ecke Amerika zu finden ist. Na ja, eine ganz schöne Ecke wohlgemerkt, aber trotzdem.
Nach einer dank des Windes sehr schaukeligen Nacht machen wir uns am nächsten Tag nicht ganz so früh auf den Weg zu einer weiteren Küstenwanderung. Wir wollen einige Strände und Klippen in der Umgebung erkunden und zum Schluss dann noch die letzte Bratwurst vor Amerika essen. Unser Ausgangspunkt ist der Praia da Bordeira. Kaum am grossen Parkplatz angekommen folgt auch schon die Ernüchterung. Parkverbot für Wohnmobile, auch Tagsüber. Wir recherchieren nach Alternativen, finden jedoch keine Einzige in einer vernünftigen Umgebung. An all den anderen Abschnitten, die wir bewandern wollen, ist Parkverbot und teilweise auch Fahrverbot für Wohnmobile. Was wir hier zu lesen und zu hören bekommen ist nicht gerade schön. Die Leute werden bestraft und von Einheimischen angepöbelt, wenn Sie mit Ihren Vans und WoMos in der Umgebung parken. Ich frag mich wohin das alles führt, wenn das Land keine Alternativen zu all den (neuen) Verboten anbietet. Mit einem sehr unguten Gefühl parken wir Frida im Parkverbot neben einem anderen Wohnmobil und hoffen, keine allzu grosse Strafe zu kassieren. Aber wir wollen halt doch auch was von der Westküste sehen und nicht einfach ganz an Ihr vorbeifahren. Nach einem wunderschönen Rundwanderweg mit Abstecher in die Sanddünen kommen wir etwas erledigt einige Stunden später bei Frida wieder an – glücklicherweise ohne Strafzettel auf der Windschutzscheibe. Nun muss eine Stärkung her. Wir fahren nochmals an den südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes und geniessen die letzte Bratwurst vor Amerika (ohne Scherz – die Imbissbude gibt es!). Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung von 4.860 km quer über den Atlantik zum östlichsten Ende Amerikas. Hier parken wir nun ganz entspannt legal vor dem Verbotsschild für Wohnmobile und essen verdienterweise unsere Wurst.
Obwohl uns die ganzen Verbote die Laune auf die Küsten ziemlich verderben, wollen wir die Westküste noch nicht aufgeben und so heisst es am nächsten Tag wieder wandern. Einen legalen Parkplatz gibt es diesmal auch tatsächlich und wir haben Glück, noch ein Plätzchen zu ergattern. Wir konnten an diesem Tag noch wundervolle Eindrücke mitnehmen und haben hier grossartige Fleckchen entdeckt. Aber irgendwie reicht es uns trotzdem mit der Westküste. Zu viele Steine werden uns hier in den Weg gelegt und wir fühlen uns nicht wirklich Willkommen. Wir beschliessen, Richtung Lissabon zu fahren und hoffen, dass es danach besser wird.
So jetzt aber zurück zu Faro. Nach einer herzlichen Begrüssung fahren wir zum Marinehafen von Faro. Von dort hat man einen phantastischen Blick auf die alten Stadtmauern und gelangt bequem in die Altstadt. Wir besichtigen zuerst die Kathedrale Se Catedral aus dem 13. Jahrhundert. Von ihrem emporragendem Glockenturm hat man einen fabelhaften Rundumblick über ganz Faro. In der Igreja do Carmo erwartet uns wieder eine schaurige Knochenkapelle. Hier wird man mit den Worten: «Halte einen Moment inne, und bedenke, dass Du diesen Zustand erreichen wirst» begrüsst. Die Wände sind mit Knochen und Schädeln von über 1000 Mönchen kunstvoll verziert worden. Die Neustadt überzeugt mit Ihrer Fussgängerzone und den hübsch gefliesten Häusern. Unsere Kamera läuft wieder heiss und ich sehe mich schon wieder stundenlang die gemachten Bilder am Aussortieren. Wir machen mit der «Bimmelbahn» eine Rundfahrt und verlassen Faro dann gegen den Abend wieder. Natürlich darf die Besichtigung Ihres neuen Heims nicht fehlen. Eine perfekte Gegend mit schönem Strand und nicht allzu viel Tourismus haben sie sich da ausgesucht. Leider geht auch der schönste Tag irgendwann zu Ende. Der Abschied fällt uns echt schwer. Die Sympathie ist - wie beim ersten Treffen - sofort wieder da gewesen. Wir bleiben jedoch weiterhin im Kontakt und wer weiss, wo und wann wir uns wieder treffen werden.
Anfang August brechen wir nun nach Lagos auf. Es ist eines DER Aushängeschilder der Algarve. Hier gibt es Steilküsten, Grotten und Höhlen soweit das Auge reicht. Wir haben uns ein paar Highlights rausgesucht, die wir zu Fuss vom Stellplatz fast im Zentrum der Stadt aus erkunden wollen. Als erstes steht Lagos selbst auf dem Plan. Wir sind gleich entzückt vom Stadtkern. Enge Gassen, süsse kleine Geschäfte und ein Restaurant schöner als das andere. Und alle mit sehr viel Liebe und Geschmack eingerichtet. Bis spät abends laufen wir durch die Gassen und an der Hafenpromenade entlang. Der Hunger treibt uns dann schlussendlich zum Wohnmobil zurück und nach einer leckeren Mahlzeit fliegen wir ziemlich erledigt in unser gemütliches Bett und freuen uns schon auf den nächsten Tag.
Früh am Morgen geht es los. Heute steht eine Küstenwanderung und drei Strände auf dem Zeitplan. Zum Glück ist hier alles so nah beisammen. Zuerst gehen wir zum Ponta da Piedade. Hier kann man bequem auf den Klippen verschiedenste Wanderwege laufen und hat einen phantastische Aussicht auf die Steilküste rund um Lagos. Der Ausblick ist einfach der Hammer und wir können uns kaum sattsehen. Genau so haben wir uns Portugal vorgestellt. Wir hatten bei unserem Strand in Falesia auch eine wundervolle Steilküste und einen super Strand. Die Küste um Lagos ist jedoch eine ganz andere Nummer. 100 Fotos später und unzählige Wege rein und raus geht es weiter zur Grotte Ponta da Piedade. Hier tummeln sich ganz schön viele Leute. Man merkt jetzt, dass die Hochsaison mehr und mehr Leute anlockt. Alle wollen über die Steinstufen runter zur Grotte und DAS (Instagram) Foto schiessen. Als wir dann endlich an der Reihe sind auch ein Foto zu machen stellt sich doch frech ein Hund direkt vor die Kamera. Na ja, mit etwas Überredungskunst schaffen wir es dann ihn ein paar Zentimeter zu bewegen und so kommen wir schlussendlich an unsere Fotos die so ausschauen als wären fast keine Leute hier.
Nach dem ganzen Menschauflauf ist uns nach ein bisschen Ruhe. Wir laufen an der Küste weiter Richtung Strand Nummer 1 in der Hoffnung, ein gemütliches ruhiges Plätzchen zu ergattern. Aber was sehen unsere Adleraugen: eine kleine, schmale Bucht mit sehr wenig Leuten. Da müssen wir hin. Nach einigen Minuten stellt sich aber heraus, dass es gar nicht so einfach ist da runter zu kommen. Es scheitert zunächst dran, dass wir keinen Weg finden. Ein paar Leute kommen uns entgegen und meinen das es weiter vorne nur einen "very dangerous path" zur Bucht gibt. Na toll - das kann ja was werden. Wir suchen also gemeinsam einen Abstieg. Ich meine aber inmitten einem Gebüsch einen Weg zu sehen und gehe dieser Spur nach. Rene und die zwei verängstigten Leute, die sich bei uns nach dem Weg erkundigt hatten, warten oben auf mein ok. Der Weg sieht gut aus. Einzig die letzten 10 Meter könnten etwas schwieriger werden. Ich geh nochmal rauf und gebe allen das Zeichen zum Loslaufen. Nach der Hälfte des Weges verlässt uns das Paar wieder. Es ist Ihnen dann doch etwas zu gefährlich. Rene bleibt aber hinter mir und die letzten 10 Meter legen wir auf allen vieren kletternd zurück. Einen Fehltritt dürfen wir uns hier in diesem steilen Gelände nicht erlauben, das würde ungemütlich ausgehen und eine weitere Verletzung wollen wir dringend vermeiden. Wir sind erfolgreich, und die Mühe lohnt sich. Uns erwarteten glasklares Wasser und eine traumhafte Umgebung fast für uns alleine. Fast alleine heisst hier mit noch etwa 20 anderen Badegästen. Wenn man die restlichen Strände hier so ansieht, ist das wirklich schon fast alleine. Für uns ist klar, dass eine Abkühlung hermuss. Die bekommen wir auch gleich. Das Wasser ist hier um einige Grad kälter als in Falesia. Aber Augen zu und durch. Gänsehaut hin oder her das klare, ruhige Wasser ist einfach zu verlockend. Solltet Ihr mal in Lagos sein, dann müsst Ihr den Abstieg zum Praia dos Pinheiros unbedingt machen – halbwegs vernünftiges Schuhwerk und etwas Wagemut vorausgesetzt.
Nach 2 Stunden Erholung pur verlassen wir unsere kleine Bucht und gehen weiter zum Praia do Camilo. Über 100 Holzstufen kommt man runter zum ebenfalls malerischen Strand. Durch einen Tunnel geht es zur zweiten Hälfte des feinsandigen Küstenabschnitts. Wir sind bei weitem nicht die ersten mit dieser Idee. Hier tummeln sich die Menschenmassen. Wir haben Glück das gerade jemand seine Sachen zusammenpackt und wir ein Plätzchen ergattern können. Auch hier testen wir die Wassertemperatur und kommen drauf das es nicht wärmer geworden ist. Nach einer Stunde reicht uns der Trubel und wir wollen weiter zum letzten Programmpunkt in Sachen Strand an diesem Tag: dem Praia de Dona Ana. Wie hätte es anders sein können ist auch dies eine Traumbucht die sich von ihrer schönsten Seite zeigt. Hier ist es nicht mehr ganz so voll, was jedoch auch daran liegt das es schon langsam gegen Abend geht. Für uns reicht diesmal auch nur ein kurzer Blick, Abkühlung hatten wir für heute genug. Vor allem drängt uns langsam der Hunger. Wir haben neben unserem Stellplatz eine Burgeria entdeckt, die Bewertungen auf Google sind super und die Bilder sind einfach verlockend – sowieso, wenn man Hunger hat. Die Bewertungen sollten Recht behalten und die Burger sind erstklassig. Zwei phantastische Tage gehen nun zu Ende.
Wir sind voller Vorfreude auf Sagres und wollen am nächsten Tag früh morgens gleich wieder los. Unser Ausgangspunkt ist diesmal Vila do Bispo. Hier an der Algarve ist momentan sehr viel los und wir wollen auf keinen Fall riskieren, keinen Übernachtungsplatz zu bekommen. Somit fahren wir zuerst zum Stellplatz und von da aus erkunden wir dann Sagres. Das Fort Fortaleza de Sagres ist schon von weitem zu erkennen. Ein grosser Parkplatz an dem auch Wohnmobile geduldet sind steht uns hier zur Verfügung. Wir laufen Richtung Felskante und sind fast sprachlos über das Panorama das sich uns hier bietet. Es erinnert uns ein bisschen an die Cliffs of Moher in Irland, mit dem Unterschied, dass es hier etwas wärmer ist. Aber auch etwas windiger. Ok das ist eine volle Untertreibung: Es bläst uns fast weg. Hier am Süd-Westlichsten Zipfel Portugals und zugleich dem südwestlichsten Punkt Europas ist es stürmischer als gewohnt. Wir laufen an der Küste entlang über Stege zu einem tollen Aussichtspunkt. Und da finden wir es dann auch - DAS ENDE DER WELT - der Ponta da Atalaia. Laut der Informationstafel meinten die Seefahrer früher, dass hier das Ende der Welt ist und es danach nicht mehr weiter geht. Heute weiss man, dass um die Ecke Amerika zu finden ist. Na ja, eine ganz schöne Ecke wohlgemerkt, aber trotzdem.
Nach einer dank des Windes sehr schaukeligen Nacht machen wir uns am nächsten Tag nicht ganz so früh auf den Weg zu einer weiteren Küstenwanderung. Wir wollen einige Strände und Klippen in der Umgebung erkunden und zum Schluss dann noch die letzte Bratwurst vor Amerika essen. Unser Ausgangspunkt ist der Praia da Bordeira. Kaum am grossen Parkplatz angekommen folgt auch schon die Ernüchterung. Parkverbot für Wohnmobile, auch Tagsüber. Wir recherchieren nach Alternativen, finden jedoch keine Einzige in einer vernünftigen Umgebung. An all den anderen Abschnitten, die wir bewandern wollen, ist Parkverbot und teilweise auch Fahrverbot für Wohnmobile. Was wir hier zu lesen und zu hören bekommen ist nicht gerade schön. Die Leute werden bestraft und von Einheimischen angepöbelt, wenn Sie mit Ihren Vans und WoMos in der Umgebung parken. Ich frag mich wohin das alles führt, wenn das Land keine Alternativen zu all den (neuen) Verboten anbietet. Mit einem sehr unguten Gefühl parken wir Frida im Parkverbot neben einem anderen Wohnmobil und hoffen, keine allzu grosse Strafe zu kassieren. Aber wir wollen halt doch auch was von der Westküste sehen und nicht einfach ganz an Ihr vorbeifahren. Nach einem wunderschönen Rundwanderweg mit Abstecher in die Sanddünen kommen wir etwas erledigt einige Stunden später bei Frida wieder an – glücklicherweise ohne Strafzettel auf der Windschutzscheibe. Nun muss eine Stärkung her. Wir fahren nochmals an den südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes und geniessen die letzte Bratwurst vor Amerika (ohne Scherz – die Imbissbude gibt es!). Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung von 4.860 km quer über den Atlantik zum östlichsten Ende Amerikas. Hier parken wir nun ganz entspannt legal vor dem Verbotsschild für Wohnmobile und essen verdienterweise unsere Wurst.
Obwohl uns die ganzen Verbote die Laune auf die Küsten ziemlich verderben, wollen wir die Westküste noch nicht aufgeben und so heisst es am nächsten Tag wieder wandern. Einen legalen Parkplatz gibt es diesmal auch tatsächlich und wir haben Glück, noch ein Plätzchen zu ergattern. Wir konnten an diesem Tag noch wundervolle Eindrücke mitnehmen und haben hier grossartige Fleckchen entdeckt. Aber irgendwie reicht es uns trotzdem mit der Westküste. Zu viele Steine werden uns hier in den Weg gelegt und wir fühlen uns nicht wirklich Willkommen. Wir beschliessen, Richtung Lissabon zu fahren und hoffen, dass es danach besser wird.
Lissabon, im August 2021
Liebe Grüsse
Liebe Grüsse
Magdalena
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10. Juni - 02. August 2021Falesia
PT2. August - 4. August 2021Lagos
PT4. August - 6. August 2021Sagres (Vila do Bispo)
PT6. August - 8. August 2021S. Teotonio
PT8. August 2021Pegoes
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